Auch ein Kochbuch hat so seine Tücken

Auch ein Kochbuch hat so seine Tücken

* Liebe Leserinnen, liebe Leser *

ich hab da mal ein ernst zu nehmendes Problem:

ich sag es Euch, wie es ist, als alleinstehender, alter Mann hat man es ja nun wahrlich nicht so leicht, alleine schon wegen der Kocherei jeden Tag.

Ich hab ja längere Zeit lediglich Dosensuppen erhitzt und Fertiggerichte erfolgreich in der Mikrowelle warm gemacht, bis, ja bis dann nur ein paar Häuser von mir entfernt ein neuer Metzger aufgemacht hat.

Na ja, da habe ich ganz kurz entschlossen zu mir selbst gesagt: da kaufst Du dort mal ein und kochst Dir selber was.

Ich hab mir dann eine halbe Sau Rindfleisch gekauft und bevor die Verkäuferin mir meine Tüte gab, packte sie noch zwei Paar Wiener Würstchen dazu.

Nein, nein hab ich zu der Verkäuferin gesagt, die habe ich nicht bestellt und zahle die auch nicht.

Keine Bange erwiderte die Verkäuferin darauf, die sind kostenlos zum Einführen.

Na bloß gut, hab ich gedacht, dass sie mir das so ehrlich sagen tut, denn ich hätte die sonst doch glatt einfach gegessen!

Ich hab dann zu Hause angefangen einen Rinderbraten nach Kochbuchanleitung zuzubereiten und ein paar kräftige selbstgemachte Eiernudeln dazu.

Aber ich sag’s Euch gleich, die Sch…. Kochbücher sind aber auch sowas von kompliziert! Da steht als erster immer drin:

Man nehme …!

Aber woher nehmen?… das schreiben sie natürlich nicht!

Dann hat da weiter drin gestanden:

Schrecken Sie die Nudeln ab!

Ich habe also das Licht ausgeschaltet, habe mir eine Mütze übers Gesicht gezogen, habe mich von hinten an die Nudeln angeschlichen und hab Hui buh, hui buh gemacht!
Aber, meint Ihr die Nudeln wären erschrocken? … Nicht mal ein kleines bisschen!

Und dann steht in dem Buch weiter drin:

Binden Sie jetzt die Soße!

Ich hab Bindfaden, Kordel und Schnur bereitgelegt und los, aber habt Ihr es schon mal geschafft eine Soße so richtig zu binden?

Ich hab`s wirklich stundenlang versucht, habe alles, wirklich alles gegeben, aber es hat einfach nicht funktioniert!

 Und dann, Ihr Lieben, stand in dem Buch noch die Verrücktheit schlechthin!

Da steht doch tatsächlich schwarz auf weiß:

Schwitzen Sie 50 Gramm Mehl an!

Ich also gleich raus in die Garage, hab das Fahrrad rausgeholt, bin rüber zur Nachbarin, hab mir ihren Pelzmantel geliehen, hab mir eine Wollmütze aufgesetzt und mir meine Winterstiefel angezogen.

Dann bin ich gefahren, gefahren und gefahren! Und als ich wieder zu Hause war:

Ich sag’s Euch:

Lauter Wasser hab ich geschwitzt, aber nicht ein einziges Gramm Mehl!

Na gut hab ich mir dann gedacht, da ist in dem Buch bestimmt ein Druckfehler!

Kochst Du eben halt was anderes.

Ich nahm mir vor, für meine Freunde einen Kuchen zu backen, um denen mal eine Freude zu bereiten!

Steht doch in dem Buch:

Schlagen Sie die Eier auf!

Nein, nein, nein lieber Werner, habe ich mir gedacht, das machst Du ganz sicher nicht! Das ist ja barbarisch, da hätte meine Freundin nach dem Kuchen ja so gar keine Freude!

Und dann schreiben sie in dem Buch doch tatsächlich auch noch ganz rotzfrech:

Heben Sie die Eier unter den Teig!

Jo, was meint Ihr was das für eine Sauerei geworden wäre? Die ganze Küche voller Dreck und ich kann wieder alles putzen!

Ne, ne, nicht mir mir!

Gut habe ich mir so gedacht, das mit dem Kuchen wird nichts, backst Du eben ein paar leckere Kekse und Plätzchen!

Und nun, liebe Freunde, muss ich Euch wirklich sagen:

Da sind die in dem Kochbuch nun aber wirklich ganz entschieden zu weit gegangen!

 

Steht da doch wortwörtlich drin:

Setzen Sie kleine Häufchen auf das Blech!

Mein lieber Scholli, habe ich nur noch gedacht: so was kann doch kein Mensch essen!

Clever, wie ich ja nun einmal bin, hab ich mir ein anderes Rezept herausgesucht.

Ich hab einen anderen Teig gemacht, das ging ganz ohne Probleme!

Aber dann steht aber in dem Rezept drin:

Lassen Sie den Teig ziehen!

Na gut, hab ich mir gedacht, wenn er denn wirklich will!
Ich hab den Bollerwagen aus der Garage geholt, den Teig davor gelegt, aber meint Ihr, der Teig hätte gezogen? Kein Stück, nix, nada, nothing, vergiss es!

Dann steht in dem Kochbuch weiter:

Stellen Sie die Springform auf die mittlere Schiene!

Also, ganz ehrlich, wenn Ihr mich fragt, ist das Kochbuch nur was für Leute, die direkt am Bahnhof wohnen!

Ok, hab ich mir gedacht, jetzt hast Du Dir schon so viel Arbeit mit dem Teig gemacht, jetzt wirfst Du ihn auf gar keinen keinen Fall einfach weg!

Ich hab mir also meine Schüssel gepackt und bin zum Bahnhof gefahren. Hab mir die mittlere Schiene gesucht und meine Schüssel mit dem Teig darauf gestellt. Und?

Kommt doch da tatsächlich ein ICE und schwups, weg war meine Schüssel!

Ich glaube, ich lass die Kocherei doch lieber sein!

In den Büchern steht doch eh nur Quatsch drin! Mal ganz ehrlich, die sollten das alles doch erst mal selber ausprobieren und nicht gutgläubige Menschen wie mich versuchen in den Wahnsinn treiben!

Und übrigens, eigentlich hab ich ja eh gar keine Zeit zum Kochen!

Ich muss schnell mal rüber zu meiner Nachbarin und fragen was es so alles Neues gibt! Schließlich muss man sich als anständiger Nachbar auch mal ein bisschen informieren!
Sonst heißt es gleich wieder: der sitzt den ganzen Tag nur zu Hause rum, tut nichts und die Leute denken dann vielleicht sogar noch, ich hätte von nichts eine Ahnung!

Was jedoch ist die Moral von der Geschichte?

So kann es gehen, wenn man alles nur allzu wörtlich nimmt!

Ich hoffe, dass Ihr diese kleine humoristische Einlage positiv mit in Euer Wochenende einbauen könnt, denn es gilt nach wie vor:

Lachen ist und bleibt gesund

Uns allen wünsche ich von Herzen gerne ein wunderschönes Wochenende und ganz, ganz ganz viel Vitamin D in Form von wärmenden Sonnenstrahlen

Euer „alter“ Mann

Werner Heus

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert